Altersvorsorge für 99-Jährige? Riester- und Rürup-Renten bleiben Rendite-Rohrkrepierer

Die Riester-Rente ist seit fast 25 Jahren am Start. Die Rürup-Rente ist kaum jünger.

Beide privaten, staatlich geförderten Altersvorsorgeprodukte funktionieren für die wenigsten Kunden, wie die ernüchternden Ergebnisse einer Renditeberechnung zeigen!

Die staatlich geförderte private Altersvorsorge von Riester- oder Rürup-Rente wurde 2002 beziehungsweise 2005 aus der Taufe gehoben, um die von der damaligen rot-grünen Bundesregierung beschlossene Senkung des gesetzlichen Rentenniveaus zu kompensieren. Doch die Vorsorgeprodukte stoßen auf so einige Vorbehalte. Kritiker sahen und sehen in diesen Verträgen bzw. entsprechenden Produkte ein zu viel an Kosten und Verwaltung. Das schmälert ihre Rendite und bereichert stattdessen Banken und Versicherungen. Zudem senkt auch die mangelnde Flexibilität der Produkte durch ein staatlich begrenztes Risiko die Renditemöglichkeiten.

Mindestens drei Viertel der Kunden verlieren Geld

Dass die Forderungen nach einer Reform der staatlich geförderten Altersvorsorge dringend notwendig sind, zeigen die neuerlichen niederschmetternden Ergebnisse einer Renditeberechnung des Vereins Finanzwende.

Die Mehrzahl der Riester- und Rürup-Produkte kann demnach mit ihrer Rendite nicht einmal die Verluste einer Zwei-Prozent-Inflation ausgleichen!

Die zentrale Frage war: Haben die Produkte für Kunden tatsächlich einen Nutzen, sprich: Spielen sie mindestens die Produktkosten und einen langfristigen Inflationsausgleich ein?

Die Mehrzahl der untersuchten Produkte schaffen die Zwei-Prozent-Hürde aber nicht. Wer einen solchen Vertrag abgeschlossen hat, macht real also Verluste!

„Die Latte lag wirklich nicht besonders hoch – es ging lediglich darum, dass die Kundinnen und Kunden kein Geld verlieren“, sagt Moritz Cygan, Finanzwende-Referent für Verbraucherschutz und Autor der Studie.

Ab 99 Jahren kann sich Riestern dann lohnen

Besonderes Augenmerk legt die Studie auf die Auszahlungsphase – also auf die Frage, was Sparer im Alter tatsächlich an Rente erhalten. Antwort: wenig. „Das lohnt sich hochgerechnet nur, wenn man ein wirklich hohes Alter erreicht“, sagt Czygan.

Konkret müssen Riester-Kunden bei den untersuchten Angeboten 99 Jahre alt werden, damit sie wenigstens das gesamte Geld inflationsbereinigt zurückerhalten. Bei den Rürup-Angeboten sind es 96 Jahre!

Der Ausweg kann eine Rückabwicklung der Verträge und die Neuanlage in zeitgemäßere Anlageformen sein.